Unsere Kirchgemeinde hat sich auf den Weg gemacht, das Zertifikat Grüner Güggel zu erwerben. Was steckt dahinter?


Was ist der „Grüne Güggel“ und woher kommt er?
Der Grüne Güggel ist ein Umweltmanagementsystem (UMS). Es hilft Kirchgemeinden bei der Verbesserung ihrer Umweltleistung, dient der Optimierung des Ressourcenverbrauchs und spart Betriebskosten.
Der Grüne Güggel wurde in Deutschland als Grüner Hahn erfunden. Der Hahn als christliches Symbol steht für den Weckruf, der uns an die ökologische Verantwortung der Kirche erinnert. Auf vielen Kirchtürmen ist ein Hahn zu finden. Grün steht für die uns umgebende Natur und Umwelt. In der Schweiz wurde er zum Grünen Güggel.
 


Der Kirchgemeinderat und das Team der Reformierten Kirchgemeinde Zollikofen haben im Jahr 2021 beschlossen,
den Grünen Güggel in unserer Kirchgemeinde einzuführen.



Zertifizierung und weiterer Weg
Die Massnahmen, die für den Erhalt des Zertifikats ergriffen werden müssen, wirken langfristig und motivierend hin zu mehr Nachhaltigkeit und Biodiversität in unserer Gemeinde. Der Weg zum Zertifikat erfolgt in mehreren Schritten: Ein Umweltteam macht eine Bestandesaufnahme und erarbeitet in einem Umweltprogramm die wichtigsten Massnahmen. Die dabei gesteckten Ziele und das Tempo können von der Kirchgemeinde selbst bestimmt werden. Klare Abläufe und Verantwortlichkeiten stellen sicher, dass Umweltfragen regelmässig bearbeitet werden. Wesentlich ist, dass sowohl der gemeinsame Prozess als auch die Umsetzungen transparent, mess- und somit ausweisbar sind.

Nach zwei Jahren kommt es zu einer Zwischenvalidierung durch einen kirchlichen Umweltgutachter und nach vier Jahren wird das UMS dann erneut überprüft und zertifiziert


Unser Umweltteam
Unser Umweltteam setzt sich aus der Verwalterin Sabrina Serrano, dem Sigrist Italo Messina, der Kinder- und Jugendarbeiterin Cornelia Bötschi und der Pfarrerin Simone Fopp zusammen. Begleitet wird es von Kurt Aufdereggen, Umweltbeauftragter von oeku. Vom Kirchgemeinderat ist Ernst Portmann für den Grünen Güggel zuständig.

Haben Sie Ideen, Anliegen etc.? Nehmen Sie mit Pfarrerin Simone Fopp Kontakt auf. 


Weg zum Zertifikat 2021-2023

Herbst 2021: der „Grüne Güggel“ ist gestartet.
Zunächst wurde eine Bestandsaufnahme erarbeitet. Dazu gehören Begehungen der Gärten um Kirche, Kirchgemeindehaus und der Innenräume, sowie eine Erhebung des bisherigen Verbrauchs von Energie, Wasser, Papier, Lebensmitteln etc. Mitarbeitende und Gemeindegliedern wurden zu den Möglichkeiten von Verbesserungen befragt.  


Jahr 2022: Umweltprogramm und Schöpfungsleitlinien

Wo sind wir bereits nachhaltig unterwegs? Was können wir verbessern?
Noch mitten im Schnee waren wir mit der Biologin Claudia Baumberger auf Aussenbegehung. Sie hat uns gezeigt, wie der Biodiversität rund um Kirche und Kirchgemeindehaus mehr Raum gegeben werden kann. Bei der Innenbegehung mit Adrian Blum vom ibe (institut bau+energie ag) wurde deutlich, wo wir bereits stark sind: im gut sanierten Kirchgemeindehaus und beim nachhaltigen Umgang mit Wasser. Wir haben auch eine Umfrage im Team und in einer KUW-Klasse durchgeführt und mehr als 70 (!) Ideen – vom Fledermauskasten bis zum Velogottesdienst – zusammengetragen.

Aufgrund der Bestandesaufnahme haben wir ein Umweltprogramm  erstellt. Es müssen dabei in mindestens drei Bereichen messbare Massnahmen ins Auge gefasst werden. Das Umweltprogramm umfasst sowohl leicht umsetzbarer Ideen (low hanging fruits,  tief hängende Früchte die sofort "gepflückt" werden können) wie z.B. das Umstellen auf Recycling-Papier, das  Anpflanzen von Blumenwiesen für mehr Biodiversität, das Entfernen von Neophyten. Höher hängende Früchte, die auch geerntet werden wollen, wären z.B: die Umstellung auf erneuerbare Energie beim Heizen oder die Reduktion des Verbrauchs von Wärmeenergie.
 


Das ausgearbeitete Umweltprogramm wurde im August 2022 vom Kirchgemeinderat diskutiert und Ziele und Massnahmen beschlossen.



Als Verankerung und Orientierungsrahmen haben wir dazu Schöpfungsleitlinien erarbeitet, die uns das Ziel der Bewahrung der Schöpfung in Nord und Süd vor Augen halten. 
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Erste Umsetzungen:

  • Verbrauch von Papier minimieren
  • Nur noch Recycling Papier vom Label "Blauer Engel" verwenden
  • Es wird weniger ausgedruckt, vermehrt digital gearbeitet
  • Biodiversität fördern (es wurden eine Wiese bei der Kirche und eine beim Kirchgemeindehaus angelegt)
  • Im Kirchgemeindehaus wird nur Leitungswasser getrunken
  • Kein Wegwerfgeschirr mehr bei Anlässen
  • Kein Einsatz mehr von Pestiziden
  • Umstellung auf umweltverträgliche Reinigungsmittel, Handabwaschmittel etc. 
  • Abfalltrennung für interne und externe Nutzer:innen sichtbar machen = Trennsystem im Eingangsbereich des Kirchgemeindehauses??????